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Die Vorträge finden, wenn nicht ausdrücklich anders angegeben, immer um 19.00 Uhr im Stadtarchiv Dortmund, Märkische Straße 14, 44135 Dortmund, statt. Der Vortragsraum befindet sich im Erdgeschoss und ist vom Foyer aus zugänglich. Für einen barrierefreien Zugang ist Sorge getragen.

5. Dezember  2019, 19 Uhr, Stadtarchiv
Uwe von Seltmann (freier Publizist)
Es Brennt
Mordechai Gebirtig, Vater des jiddischen Liedes

Wenn die Geschichte anders verlaufen wäre und nicht Millionen Juden mitsamt ihrer Kultur vernichtet worden wären, so der italienische Künstler Rudi Assuntino, wäre der jiddische Dichter Mordechai Gebirtig heute so populär wie die Gershwin-Brüder. Gebirtig, auch der „Vater des jiddischen Liedes“ genannt, wurde 1942 im Krakauer Ghetto von den Nationalsozialisten ermordet.

Rund 170 seiner Gedichte und Lieder haben die Schoah überlebt. Heute wie damals sind sie ein bedeutendes Zeugnis jüdisch-europäischer Kultur und werden weltweit von namhaften Künstlern gesungen und interpretiert. Gebirtigs bekanntestes Lied „S’brent“ (Es brennt) war während der NS-Zeit die inoffizielle Hymne jüdischer Widerstandskämpfer, heute wird es in Israel zu jedem Holocaust-Gedenktag angestimmt.

„Es brennt“ ist die erste deutschsprachige Biografie Mordechai Gebirtigs – eine Pionierarbeit und ein Buch gegen das Vergessen. Viele Lieder Gebirtigs werden hierfür das erste Mal ins Deutsche übertragen. Aus Archiven in Europa, Israel und den USA hat Autor Uwe von Seltmann, der seit 2007 als freier Publizist und Dokumentarfilmer in Krakau lebt, zahlreiche neue Entdeckungen zu Leben und Werk des Krakauer Poeten zusammengetragen. Liedbeispiele, Fotos, Zeitdokumente und Faksimiles illustrieren dieses Buch und machen es für Einsteiger wie Kenner zu einer faszinierenden Reise ins Jiddischland .Der Eintritt ist frei.

11. Dezember  2019, 19 Uhr, Stadtarchiv
Dr. Markus Denkler (Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), Kommission für Mundart- und Namenforschung)
Dortmund -
Sprachliche Vielfalt in der Stadt  Westfalens

Dr. Markus Denkler wird den Band „Dortmund – Sprachliche Vielfalt in der Stadt“ vorstellen, der im vergangenen Jahr erschienen ist. Das Buch zeichnet ein Sprachporträt Dortmunds aus sprachwissenschaftlicher und sprachsoziologischer Sicht und lässt sich in vier thematische Bereiche gliedern: Beschreibung regionaler Sprachmerkmale, Sprachverwendung in der städtischen Erinnerungskultur (Namenwortschatz, Niederdeutsch), domänenspezifische Sprachverwendung und Kommunikation (Fußball, Kabarett, Verwaltungssprache) und Mehrsprachigkeit (Spracheinstellungen, visuelle Mehrsprachigkeit).