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Vorträge: Die monatlichen HV-Vorträge finden in der Regel um 19:00 Uhr im Vortragsraum des Stadtarchivs, Märkische Straße 14,  44135 Dortmund, statt. Eintritt frei

Donnerstag, 6. Juni 2019, 19 Uhr – Stadtarchiv Dortmund, Märkische Straße 14, 44135 Dortmund

VORTRAG: PD Dr. Arne Karsten:
Der Untergang der Welt von gestern. Wien und die k. u. k. Monarchie 1911-1919

Die “Welt von gestern”, die mit dem Ersten Weltkrieg unterging, war voller innerer Widersprüche und äußerer Spannungen und erschien doch im Rückblick als verlorenes Paradies. Die Sieger dieser Geschichte sind oft genannt und gehört worden. Doch was war mit den Verlierern, und welches künftige Unheil war in der neuen Welt schon im Keim angelegt?
Da ist zum Beispiel Stephanie Bachrach, die jugendliche Freundin Arthur Schnitzlers und geistsprühende Tochter eines jüdischen Börsenmaklers in Wien. Nach Bankrott und Selbstmord des Vaters tritt die einstige Millionenerbin im Krieg als Krankenschwester in den Spitaldienst ein und nimmt sich 1917 das Leben – wie so viele junge Frauen ihrer Generation, denen ihre vertraute Welt weggebrochen war. Ihr Schicksal hat Schnitzler mit sensibler Aufmerksamkeit verfolgt, wie er überhaupt ein brillanter Beobachter der gesellschaftlichen Krisen dieser Epoche war. Neben diesen beiden gibt es viele anderer Zeugen – Diplomaten, Militärs, Politiker, Künstler der späten k. u. k. Monarchie – mit denen sich ein dichte Bild einer schillernden Epoche darstellen lässt, die nicht nur in Wien, sondern in ganz Europa das bürgerliche Zeitalter zu Grabe trug.

Arne Karsten studierte Kunstgeschichte, Geschichte und Philosophie in Göttingen, Rom und Berlin und promovierte 2001 mit einer Arbeit über römische Kardinalnepoten des 17. Jahrhunderts. Anschließend war er bis 2009 wissenschaftlicher Mitarbeiter am REQUIEM-Projekt. Seit dem Wintersemester 2009/10 lehrt er Geschichte der Frühen Neuzeit an der Bergischen Universität Wuppertal.
Eine Veranstaltung des Stadtarchivs Dortmund und des Historischen Vereins für Dortmund und die Grafschaft Mark.

Mittwoch, 12. Juni 2019, 19 Uhr – Stadtarchiv Dortmund, Märkische Straße 14, 44135 Dortmund

BUCHPRÄSENTATION: Prof. Dr. Lorenz Peiffer
Juden im Sport in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus.
Ein historisches Handbuch für Nordrhein-Westfalen.

Bis heute ist das Thema Sport in Verbindung mit der jüdischen Geschichte in Deutschland immer noch weitgehend unerforscht. Vergessen sind die Leistungen und Beiträge vieler Jüdinnen und Juden im Zusammenhang mit der Verbreitung des Sports im sozialen und gesellschaftlichen deutschen Alltag. Vergessen sind herausragende jüdische Sportlerinnen und Sportler wie Erich Schild aus Selm, Franz Orgler aus Wuppertal, Erich Klaber aus Borken, Rolf Bischofswerder aus Dortmund.
Die Geschichte des jüdischen Sports begann Im heutigen Nordrhein-Westfalen am 11. März 1902 mit der Gründung des Jüdischen Turnvereins Köln. Bereits ab 1925 gab es mit dem Verband jüdisch neutraler Turn- und Sportvereine Westdeutschlands (Vintus) eine jüdische Sportorganisation, die eigene Meisterschaften im Fußball, der Leichtathletik und im Turnen veranstaltete. Da nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten die bürgerlichen Sportvereine und -verbände ihre jüdischen Mitglieder innerhalb weniger Wochen und Monate im vorauseilenden Gehorsam – freiwillig – ausschlossen hatten, gründeten sich zahlreihe weitere jüdische Sportvereine. Mit 136 Vereinen entwickelte sich in Westfalen und im Rheinland einen starke jüdische Sportkultur.
Einer dieser jüdischen Sportler war Erich Schild, der ab 1934 für den neu gegründeten jüdischen Sportverein Schild Dortmund startete. Der herausragende 100-m-Läufer stand mit 10,8 Sek. auf dem vierten Platz der deutschen Rangliste und wurde er zu den Olympiaschulungslehrgängen 1934 und 1935 eingeladen. Für die deutsche Olympiamannschaft 1936 wurde er jedoch als sogenannter „Volljude“ jedoch nicht nominiert. Er floh 1936 vor den antisemitischen Diskriminierungen und Verfolgungen ins Ausland.
Lorenz Peiffer ist em. Professor für Sportpädagogik an der Universität Hannover.
Eine Veranstaltung des Stadtarchivs Dortmund, des Historischen Vereins für Dortmund und die Grafschaft Mark und des Deutschen Fußballmuseums.