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Aktuelles

Die Vorträge finden, wenn nicht ausdrücklich anders angegeben, immer um 19.00 Uhr im Stadtarchiv Dortmund, Märkische Straße 14, 44135 Dortmund, statt. Der Vortragsraum befindet sich im Erdgeschoss und ist vom Foyer aus zugänglich. Für einen barrierefreien Zugang ist Sorge getragen.

13.November 2019, 19 Uhr, Stadtarchiv
Nora Bossong

Schutzzone

Was bedeuten Vertrauen und Verantwortung? Wie greifen Schutz und Herrschaft ineinander? Wie verhält sich Zeugenschaft zur Wahrheit? Und wer sitzt darüber zu Gericht? Hellsichtig und teilnahmsvoll geht Nora Bossong in ihrem virtuosen Roman diesen Fragen nach – in privaten Beziehungen wie auf der großen politischen Bühne – und setzt den Konflikten der Vergangenheit die Hoffnung auf Versöhnung entgegen.
Zum Inhalt: Nach Stationen bei der UN in New York und Burundi arbeitet Mira für das Büro der Vereinten Nationen in Genf. Während sie tagsüber Berichte über Krisenregionen und Friedensmaßnahmen schreibt, eilt sie abends durch die Gänge der Luxushotels, um zwischen verfeindeten Staatsvertretern zu vermitteln. Bei einem Empfang begegnet sie Milan wieder, in dessen Familie sie nach der Trennung ihrer Eltern im Frühjahr 94 einige Monate gelebt hat.
Die Erinnerungen an diese Zeit, aber auch Milans unentschiedene Haltung zwischen gesuchter Nähe und schroffer Zurückweisung überrumpeln und faszinieren sie zugleich. Als ihre Rolle bei der Aufarbeitung des Völkermords in Burundi hinterfragt wird, gerät auch Miras Souveränität ins Wanken, ihr Glaube, sie könne von außen eingreifen, ohne selbst schuldig zu werden.
Der Roman wurde von der Kritik hoch gelobt, war nominiert für den Deutschen Buchpreis 2019 und stand auf der ORF-Bestenliste.

14. November  2019, 19 Uhr, Stadtarchiv
Prof. Dr. Marian Füssel (Universität Göttingen)
Der siebenjährige Krieg
Ein Weltkrieg im 18. Jahrhundert

Marian Füssel bietet eine knappe und faktenreiche, Darstellung der Geschichte des Siebenjährigen Krieges. Er nennt die Akteure, erläutert ihre Interessen und Koalitionen, besichtigt die Schauplätze in der Alten und der Neuen Welt, beschreibt den Verlauf bedeutender Schlachten und fasst die Ergebnisse des Siebenjährigen Krieges zusammen. Zudem skizziert er die Folgen dieses Krieges, ordnet ihn erinnerungsgeschichtlich ein und erhellt seine Deutungen.

21. November,  2019, 19 Uhr, Stadtarchiv
Prof. Dr. Winfried Nerdinger (TU München; i.R.)
Walter Gropius
Architekt der Moderne

Walter Gropius (1883 – 1969) ist als Gründer des Bauhauses, der einflussreichsten Kunstschule des 20. Jahrhunderts, und Architekt der Moderne weltberühmt. Winfried Nerdinger zeichnet versiert und kenntnisreich ein lebendiges, kritisch reflektiertes Porträt dieses wichtigen Wegbereiters und Lehrers, der den Aufbruch in die Moderne entscheidend prägte.

5. Dezember  2019, 19 Uhr, Stadtarchiv
Uwe von Seltmann (freier Publizist)
Es Brennt
Mordechai Gebirtig, Vater des jiddischen Liedes

Mordechai Gebirtig, auch der „Vater des jiddischen Liedes“ genannt, gilt als einer der wichtigsten Vertreter der jiddischen Dichtung. Er wurde 1942 im Krakauer Ghetto von den Nationalsozialisten ermordet.
Rund 170 seiner Gedichte und Lieder aber haben die Schoah überlebt. Heute wie damals sind sie ein bedeutendes Zeugnis jüdisch-europäischer Kultur. Gebirtigs bekanntestes Lied, S’brent (Es brennt), war während der NS-Zeit die inoffizielle Hymne jüdischer Widerstandskämpfer, heute wird es in Israel zu jedem Holocaust-Gedenktag angestimmt. „Es brennt“ ist die erste deutschsprachige Biografie Mordechai Gebirtigs – eine Pionierarbeit und ein Buch gegen das Vergessen.

11. Dezember  2019, 19 Uhr, Stadtarchiv
Dr. Markus Denkler
Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)
Kommission für Mundart- und Namenforschung
Dortmund -
Sprachliche Vielfalt in der Stadt  Westfalens

Dr. Markus Denkler wird den Band „Dortmund – Sprachliche Vielfalt in der Stadt“ vorstellen, der im vergangenen Jahr erschienen ist. Das Buch zeichnet ein Sprachporträt Dortmunds aus sprachwissenschaftlicher und sprachsoziologischer Sicht und lässt sich in vier thematische Bereiche gliedern: Beschreibung regionaler Sprachmerkmale, Sprachverwendung in der städtischen Erinnerungskultur (Namenwortschatz, Niederdeutsch), domänenspezifische Sprachverwendung und Kommunikation (Fußball, Kabarett, Verwaltungssprache) und Mehrsprachigkeit (Spracheinstellungen, visuelle Mehrsprachigkeit).